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Verdunstungskühlanlagen werden in erster Linie dort eingesetzt, wo energie- und wassereffiziente, leistungsstarke Kühlung benötigt wird, beispielsweise in Industrieanlagen oder Serverparks. Sie arbeiten wesentlich effizienter als trockene Kühler.
Weil der entstehende Wasserdampf in die Umgebungsluft gelangt, ist eine regelmäßige Instandhaltung und Reinigung notwendig, damit die hygienischen Anforderungen dauerhaft erfüllt werden.
Die Verdunstungskühlung macht sich das physikalische Prinzip zunutze, dass Wasser beim Verdampfen der Umgebung Wärme entzieht: Das warme Prozess- oder Kühlwasser wird über große Oberflächen geleitet oder versprüht, gleichzeitig strömt Luft durch die Anlage. Dadurch verdunstet ein kleiner Teil des Wassers. Dem restlichen Wasser wird durch diesen Phasenübergang Wärme entzogen, sodass es abkühlt.
Im Vergleich zu trockenen Kühlern sind diese Anlagen deutlich effizienter. Sie ermöglichen hohe Kühlleistungen auch bei hohen Außentemperaturen, was sie besonders in Industrie und Gebäudetechnik unverzichtbar macht.
Wichtig für den energieeffizienten und hygienischen Betrieb von Verdunstungskühlanlagen sind Instandhaltung, Reinigung und Desinfektion. Durch den Kontakt mit Außenluft und Wasser bilden sich Ablagerungen, Biofilme und Sedimente, die sich negativ auf die Hygiene und die Wärmeübertragung auswirken.
Bilder: Schweitzer Chemie GmbH
Chemisch-wasserseitige Reinigungen erfordern fundierte Fachkenntnisse. Daher dürfen sie nur von Fachbetrieben durchgeführt werden, die nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zugelassen sind. Die Sicherheitsvorschriften müssen konsequent eingehalten werden. Auch das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) ist unerlässlich.
Vor den Reinigungsmaßnahmen ist zu klären, wie die Rahmenbedingungen vor Ort aussehen – Zugänglichkeit der Anlage, verbaute Materialien, Stärke der Ablagerungen sowie Anfahrts- und Transportwege. Außerdem wird abgesprochen, wann die Maßnahmen durchgeführt werden können. In manchen Fällen ist für die Auswahl der geeignetsten Reinigungschemikalien eine Ablagerungsanalyse erforderlich.
Für die Reinigung wird zunächst grober Schmutz abstrahlt und abgesaugt.
Im zweiten Arbeitsschritt werden mineralische und mikrobiologische Ablagerungen chemisch gelöst. Dafür wird die Anlage chemisch im Umwälzverfahren gespült. Die Dosierung der Chemikalien, der pH-Wert und der Reinigungserfolg werden kontinuierlich überwacht und ggf. angepasst.
Für das Umwälzen der Reinigungslösung kommen oft kundenseitige Kühlturm-Pumpen zum Einsatz, es kann aber auch – wie im Bild zu sehen – mit externen Pumpen und einem Zwischenlagertank gearbeitet werden.
Die regelmäßige Reinigung und Desinfektion bringen folgende Vorteile mit sich:
Biofilme bieten einen Nährboden für Mikroorganismen, z.B. für Legionellen, die über Aerosole in die Luft gelangen können. Wird die belastete Luft eingeatmet, kann sie Erkrankungen verursachen. Eine Desinfektion verringert die mikrobiellen Nährböden und damit das Infektionsrisiko. Erforderlich wird sie vor allem dann, wenn die gesetzlich vorgegebenen Legionellen-Grenzwerte überschritten werden. Um dies zu überwachen und die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, ist zusätzlich zur Wartung die regelmäßige Beprobung der Wasserparameter erforderlich.
Beprobungszyklen
Für Kühltürme und andere Verdunstungskühlanlagen, die nicht in RLT-Anlagen eingebaut sind, geben die 42. BImSchV sowie die VDI 2047-2 „Rückkühlwerke; Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen (VDI-Kühlturmregeln)“ Beprobungszyklen auf Legionellen, Koloniezahl, pH-Wert und Leitfähigkeit vor. Für das Einhalten der Grenzwerte ist eine regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte und Wasserhygiene ebenso unerlässlich, wie Maßnahmen zur Instandhaltung sowie bei Bedarf die Desinfektion.
Kalkablagerungen, Biofilme und andere Beläge wirken in Verdunstungskühlanlagen wie eine unwillkommene Dämmung: Die Wärme kann schlechter übertragen werden, sodass die Kühlleistung sinkt und der Energiebedarf steigt. Durch regelmäßige Reinigung bleibt die Wärmeübertragung und damit der wirtschaftliche Betrieb der Anlage erhalten.
Ablagerungen wie Kalk, Schlamm oder Korrosionsprodukte können Düsen, Füllkörper und Tropfenabscheider verstopfen. Wenn solche Ablagerungen die Strömung des Wassers oder der Luft in der Anlage stören, arbeitet diese weniger zuverlässig. Auch die Effizienz verschlechtert sich.
Bilder: Schweitzer Chemie GmbH
Ablagerungen und Biofilme können Materialschäden verursachen, beispielsweise durch Korrosion. Regelmäßige Reinigung wirkt dem entgegen und verlängert daher die Lebensdauer der Anlage.
Bilder: Schweitzer Chemie GmbH
Die chemisch-wasserseitige Reinigung von Verdunstungskühlanlagen darf nur von Fachbetrieben durchgeführt werden, die nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zugelassen sind.
| Wichtige Regelwerke zur Reinigung von Verdunstungskühlanlagen: |
|---|
| 42. BImSchV: Zweiundvierzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider), 2017-07 |
| FGK Status-Report 13: Zertifizierung von Fachunternehmen der Instandhaltung und Reinigung, 2021-11 |
| Legionellenrisiken in Verdunstungskühlanlagen und Kühltürmen: Legionellenrisiken in Verdunstungskühlanlagen und Kühltürmen – Ursachen und Vermeidung, 2019-12 |
| Raumlufttechnische Anlagen: Kommentar zu VOB/C: ATV DIN 18379, 2019-01 |
| Rückkühlwerke: Kommentar zur Richtlinienreihe VDI 2047 – Hygienegerechter Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, 2021-10 |
| VDI 2047 Blatt 2: Rückkühlwerke – Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen (VDI-Kühlturmregeln), 2019-01 |
Die hier aufgelisteten Unternehmen sind im Bereich der Reinigung von Verdunstungskühlanlagen tätig. Mit einem Klick auf den entsprechenden Button können Sie die Auswahl auf ein Bundesland beschränken. Informationen zur Zertifizierung von Fachunternehmen der Instandhaltung und Reinigung enthält der Status-Report 13.
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